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PCOS heißt jetzt PMOS: Was die Umbenennung für dich bedeutet

PCOS wurde offiziell in PMOS umbenannt. Was der neue Name bedeutet, wie er die Diagnose verbessert und was das für Betroffene ändert.

PCOS heißt jetzt PMOS: Was die Umbenennung für dich bedeutet
Maria Hoos

Maria Hoos

M.Sc. Osteopathie, Heilpraktikerin in Berlin · May 19, 2026 · 3 min Lesezeit

Inhaltsverzeichnis

Viele Frauen kennen das Kürzel PCOS. Das Polyzystische Ovarsyndrom gilt als eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter und betrifft schätzungsweise jede zehnte Frau weltweit. Doch im Mai 2026 haben führende Medizinerinnen und Mediziner einen bedeutenden Schritt vollzogen: PCOS wurde offiziell umbenannt. Der neue Name lautet PMOS, kurz für Polyendokrines Metabolisches Ovarsyndrom.

Was steckt hinter dieser Entscheidung, was ändert sich konkret für Betroffene und wie wird PCOS bzw. PMOS ganzheitlich behandelt?

Was ist PCOS und warum wurde es umbenannt?

Das Polyzystische Ovarsyndrom, kurz PCOS, wurde nach einem seiner auffälligsten anatomischen Merkmale benannt: den polyzystischen Ovarien, also Eierstöcken mit vielen kleinen Zysten. Dieses Merkmal war jahrzehntelang zentral für die Diagnose.

Das Problem dabei ist grundlegend. Nicht jede Frau mit PCOS hat tatsächlich polyzystische Ovarien. Umgekehrt haben manche Frauen mit polyzystisch veränderten Eierstöcken kein PCOS. Der Name hat damit über Jahrzehnte zu Verwirrung geführt, sowohl bei Patientinnen als auch bei Ärztinnen und Ärzten. Viele Frauen blieben undiagnostiziert, weil ihr Ultraschall keinen auffälligen Befund zeigte, obwohl alle anderen Symptome deutlich vorhanden waren.

Hinzu kommt: Der alte Name PCOS beschreibt nur einen kleinen Teil dessen, was bei dieser Erkrankung tatsächlich im Körper passiert. Die Erkrankung ist weit mehr als ein Problem der Eierstöcke.

Was bedeutet der neue Name PMOS?

PMOS steht für Polyendokrines Metabolisches Ovarsyndrom. Der neue Begriff spiegelt wider, was die Wissenschaft in den letzten Jahren zunehmend gezeigt hat: PCOS ist eine komplexe, systemische Erkrankung, die weit über die Eierstöcke hinausgeht.

Der neue Name PMOS betont zwei zentrale Aspekte der Erkrankung.

Polyendokrin bedeutet: Die Erkrankung betrifft mehrere Hormonsysteme gleichzeitig. Neben den Sexualhormonen, also erhöhten Androgenen und einem gestörten LH/FSH-Verhältnis, sind häufig auch Insulin, Cortisol und die Schilddrüse beteiligt.

Metabolisch bedeutet: Bei vielen Betroffenen liegt eine Insulinresistenz vor. Die Körperzellen reagieren weniger empfindlich auf Insulin, was den Blutzucker beeinflusst und die Hormonproduktion weiter stört. Dieser metabolische Aspekt war unter dem alten Namen PCOS viel zu wenig im Fokus.

Wer hat die Umbenennung von PCOS zu PMOS beschlossen?

Die Umbenennung ist das Ergebnis eines internationalen Konsensus führender Expertinnen und Experten aus Endokrinologie, Gynäkologie und Reproduktionsmedizin. Der neue Name PMOS wurde im Mai 2026 offiziell bekanntgegeben und soll die bisherige Bezeichnung PCOS in medizinischen Leitlinien und der klinischen Praxis schrittweise ersetzen.

Ziel ist es, die Erkrankung präziser zu beschreiben, Diagnosen zu verbessern und Betroffene gezielter behandeln zu können. Für viele Patientinnen ist die Umbenennung von PCOS zu PMOS auch emotional ein wichtiger Schritt: Der neue Name macht deutlicher, dass es sich um eine systemische, hormonelle Erkrankung handelt und kein isoliertes gynäkologisches Problem.

Was ändert sich für Frauen mit PCOS-Diagnose?

Die Umbenennung ist zunächst ein wissenschaftlicher und terminologischer Schritt. Bestehende PCOS-Diagnosen verlieren ihre Gültigkeit nicht. Wer bisher die Diagnose PCOS erhalten hat, ist weiterhin betroffen. Der neue Name PMOS beschreibt dieselbe Erkrankung lediglich präziser.

Was sich jedoch mittel- und langfristig ändern kann, ist bedeutsam. Diagnosen können früher gestellt werden, weil der Fokus nicht mehr ausschließlich auf dem Ultraschallbefund der Eierstöcke liegt, sondern das gesamte hormonelle und metabolische Bild berücksichtigt wird. Behandlungsansätze können gezielter werden, weil der metabolische Aspekt, also die Insulinresistenz und der Blutzucker, stärker in den Vordergrund rückt. Und Betroffene können besser verstehen, was in ihrem Körper passiert, weil der Name PMOS die Erkrankung realistischer abbildet.

Typische Symptome von PCOS und PMOS

Die Symptome von PCOS und PMOS sind vielfältig und individuell verschieden. Häufige Beschwerden sind:

  • Unregelmäßiger Zyklus oder ausbleibende Periode
  • Erhöhte Androgenwerte, sichtbar durch Akne am Kinn und Kiefer, diffusen Haarausfall oder verstärkte Körperbehaarung
  • Insulinresistenz und Schwierigkeiten beim Abnehmen trotz gesunder Ernährung
  • Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und Brain Fog
  • Schwierigkeiten beim Schwangerwerden
  • Polyzystische Ovarien im Ultraschall, die jedoch nicht zwingend vorhanden sein müssen

Gerade die Vielfalt der Symptome macht PCOS und PMOS so schwer fassbar. Viele Frauen suchen über Jahre nach einer Erklärung für ihre Beschwerden, weil die Erkrankung so unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

Wie wird PMOS diagnostiziert?

Die Diagnose bleibt komplex, weil PCOS und PMOS ein breites Symptomspektrum haben. Aktuell gelten die Rotterdam-Kriterien als Grundlage: Zwei von drei Merkmalen müssen vorhanden sein, erhöhte Androgene, unregelmäßiger Zyklus oder polyzystische Ovarien im Ultraschall.

In der funktionellen Medizin reicht eine Standarddiagnostik hier häufig nicht aus. Ein erweitertes Hormonstatus-Panel, das Sexualhormone, Insulin, Cortisol, Schilddrüsenwerte und Entzündungsmarker gleichzeitig erfasst, kann das vollständige Bild zeigen und Zusammenhänge sichtbar machen, die im Routinelabor unsichtbar bleiben.

Wie wird PCOS bzw. PMOS behandelt?

Eine kausale Therapie, die PMOS vollständig heilt, gibt es bisher nicht. Was jedoch gut funktionieren kann, ist ein ursachenorientierter Ansatz, der die individuellen Ausprägungen der Erkrankung berücksichtigt.

Ernährung und Insulinresistenz: Eine zyklusangepasste, kohlenhydratbewusste Ernährung kann helfen, den Insulinspiegel zu regulieren und dadurch die Hormonbalance zu verbessern. Bei PCOS mit Insulinresistenz ist dieser Baustein besonders wichtig.

Gezielte Supplementierung: Inositol, insbesondere Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol, zeigt in Studien positive Effekte auf den Insulinstoffwechsel und die Zyklusregularität bei PCOS. Magnesium, Zink und Vitamin D können ergänzend sinnvoll sein, abhängig von den individuellen Laborwerten.

Stressregulation: Cortisol beeinflusst direkt die Sexualhormone. Chronischer Stress kann PMOS-Symptome deutlich verstärken und die Insulinresistenz verschlechtern.

Osteopathische Beckenarbeit: Strukturelle Spannung im Becken kann die hormonelle Regulation beeinflussen. Osteopathie kann als ergänzende Maßnahme bei PCOS und PMOS sinnvoll sein.

PCOS, PMOS und Kinderwunsch

PCOS und PMOS sind eine der häufigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch. Die gestörte Follikelreifung und unregelmäßige Ovulation erschweren das Schwangerwerden. Mit einer gezielten Zyklusoptimierung, Insulinsensitivierung durch Ernährung und Supplementierung sowie osteopathischer Unterstützung kann der Körper gezielt auf eine Schwangerschaft vorbereitet werden.

Auch als Begleitung neben reproduktionsmedizinischen Maßnahmen wie IVF kann ein ursachenorientierter Ansatz sinnvoll sein.

PCOS und PMOS ganzheitlich begleiten: Unser Ansatz in Berlin

Die Umbenennung von PCOS zu PMOS spiegelt wider, was wir in der funktionellen Medizin seit Jahren in der Praxis sehen: Diese Erkrankung ist ein systemisches Geschehen und kein isoliertes Problem der Eierstöcke.

In unserer Praxis in Berlin Mitte begleiten wir Frauen mit PCOS und PMOS mit erweiterter Hormondiagnostik, zyklusangepasster Ernährung, gezielter Supplementierung und osteopathischer Körperarbeit. Wenn du dich in den beschriebenen Symptomen wiedererkennst oder eine bestehende PCOS-Diagnose hast und mehr über einen ursachenorientierten Ansatz erfahren möchtest, kannst du gerne eine Erstberatung vereinbaren.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PCOS und PMOS?

PMOS ist der neue offizielle Name für PCOS, beschlossen von einem internationalen Expertengremium im Mai 2026. PMOS steht für Polyendokrines Metabolisches Ovarsyndrom und beschreibt die Erkrankung präziser als der alte Name. Inhaltlich handelt es sich um dieselbe Erkrankung. Der neue Name betont den hormonellen und metabolischen Charakter stärker als den Ultraschallbefund der Eierstöcke.

Welche Symptome hat PCOS bzw. PMOS?

Typische Symptome von PCOS und PMOS sind unregelmäßiger Zyklus, erhöhte Androgene (Akne am Kinn und Kiefer, Haarausfall, Körperbehaarung), Insulinresistenz, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Brain Fog und Schwierigkeiten beim Schwangerwerden. Polyzystische Ovarien im Ultraschall können vorhanden sein, müssen es jedoch nicht.

Muss ich mit meiner PCOS-Diagnose jetzt etwas tun?

Nein, deine bisherige Diagnose bleibt gültig. Die Umbenennung von PCOS zu PMOS ist ein wissenschaftlicher Schritt, keine administrative Änderung. Du musst nichts unternehmen. Der neue Name PMOS beschreibt dieselbe Erkrankung lediglich präziser.

Wie kann PCOS bzw. PMOS ganzheitlich behandelt werden?

Ein ursachenorientierter Ansatz bei PCOS und PMOS kombiniert zyklusangepasste Ernährung, gezielte Supplementierung, Stressregulation und bei Bedarf osteopathische Beckenarbeit. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Hormonstatus und dem spezifischen PCOS/PMOS-Typ ab.

Maria Hoos

Über den Autor

Maria Hoos

M.Sc. Osteopathie, Heilpraktikerin in Berlin · heal. Praxis Berlin Mitte

Maria Hoos, M.Sc. Osteopathie, Heilpraktikerin in Berlin, ist erfahrene Osteopathin mit den Schwerpunkten Kinderosteopathie, Osteopathie für Schwangere sowie ganzheitliche Gesundheit und funktionelle Medizin. Seit 2018 unterrichtet sie als Dozentin im Fachbereich General Osteopathic Treatment an der Dresden International University sowie an der Osteopathie Schule Deutschland in Berlin. Ihr Studium der Osteopathie (B.Sc. und M.Sc.) absolvierte sie an der Hochschule Fresenius mit Spezialisierung auf Kinderosteopathie. Seit 2018 ist sie zudem staatlich anerkannte Heilpraktikerin.

Autor

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M.Sc. Osteopathie, Heilpraktikerin in Berlin
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