Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem körpereigenes Schilddrüsengewebe angreift. Die Folge: Die Schilddrüse wird nach und nach zerstört und kann ihre Hormonfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Es kommt zur Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion).
Die Erkrankung wurde erstmals 1912 von dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto beschrieben und zählt heute weltweit zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen überhaupt.
Etwa 5–10 % der Bevölkerung in westlichen Industrieländern sind betroffen – Frauen bis zu 10-mal häufiger als Männer. Viele Fälle bleiben jedoch lange unerkannt oder werden mit unspezifischen Symptomen verwechselt.
Quelle: Caturegli, P. et al. (2014): Hashimoto Thyroiditis: Clinical and Diagnostic Criteria. Autoimmunity Reviews, 13(4–5), 391–397.
Zu Beginn verläuft Hashimoto oft unbemerkt oder symptomarm, da die Schilddrüse die Hormonproduktion zunächst kompensieren kann. Später treten häufig Symptome einer Unterfunktion auf:
Diese Symptome sind unspezifisch und werden oft als Stress, Burnout oder „psychisch“ eingeordnet – weshalb es häufig Jahre bis zur Diagnose dauert.
Die Hashimoto-Diagnostik beruht auf einer Kombination aus klinischen Beschwerden, Laborwerten und bildgebender Diagnostik.
Zeigt oft ein inhomogenes, echoarmes Gewebe als Hinweis auf chronische Entzündung.
Quelle: Bahn, R.S. et al. (2011): Hyperthyroidism and other causes of thyrotoxicosis: management guidelines of the American Thyroid Association and American Association of Clinical Endocrinologists. Thyroid, 21(6), 593–646.
Die schulmedizinische Behandlung fokussiert sich meist auf die Substitution von Schilddrüsenhormonen, typischerweise mit Levothyroxin (L-Thyroxin). Dies ist oft notwendig, um einen TSH-Ausgleich zu erreichen.
Allerdings berichten manche Patient:innen, dass sie trotz „guter Werte“ weiterhin Beschwerden haben. Genau hier setzt die funktionelle Medizin an.
Die funktionelle Medizin fragt: Warum hat das Immunsystem überhaupt begonnen, die Schilddrüse anzugreifen?
Sie betrachtet Hashimoto als Ausdruck eines tiefgreifenden Ungleichgewichts im Immunsystem und Stoffwechsel – nicht nur als isoliertes Schilddrüsenproblem.
Aus Sicht der funktionellen Medizin entsteht Hashimoto meist nicht aus dem Nichts. Vielmehr gibt es häufig eine Kombination verschiedener Faktoren, die das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen und eine Autoimmunreaktion gegen die Schilddrüse begünstigen.
Ein zentrales Element ist die Darmgesundheit: Da rund 70 % unseres Immunsystems im Darm sitzen, spielen eine gestörte Darmflora (Dysbiose) oder eine durchlässige Darmschleimhaut („Leaky Gut“) eine zentrale Rolle. Gelangen unerwünschte Substanzen durch die Darmwand in den Körper, kann dies entzündliche Prozesse und Autoimmunreaktionen fördern.
Auch Mikronährstoffmängel sind bei Hashimoto häufig – insbesondere Selen, Zink, Eisen, Magnesium, Vitamin D und Vitamin B12. Diese Stoffe sind wichtig für die Schilddrüsenfunktion, die Hormonumwandlung und die Regulation des Immunsystems. Eine gezielte Labordiagnostik kann helfen, individuelle Defizite aufzudecken.
Chronische Entzündungen, etwa durch virale Belastungen, Umweltgifte oder stille Infektionen, belasten das Immunsystem zusätzlich. Ebenso kann anhaltender Stress über die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) das Immungleichgewicht stören und die Schilddrüse schwächen. Viele Hashimoto-Patient:innen zeigen Anzeichen einer Cortisol-Dysregulation, etwa durch Erschöpfung, Schlafstörungen oder Unverträglichkeiten.
Auch der Blutzuckerstoffwechsel spielt eine Rolle: Insulinresistenz und stark schwankende Blutzuckerwerte können das hormonelle Gleichgewicht negativ beeinflussen. Nicht zuletzt berichten viele Betroffene, dass sich ihre Beschwerden durch bestimmte Lebensmittel (z. B. Gluten, Milchprodukte oder histaminreiche Speisen) verschlechtern. Diese Zusammenhänge sind individuell und sollten nicht pauschal, sondern auf Basis fundierter Diagnostik betrachtet werden.
In meiner Praxis kombiniere ich schulmedizinisches Wissen mit evidenzbasierter funktioneller Medizin. Ziel ist es, dein Immunsystem zu regulieren, Symptome zu lindern und langfristig Stabilität zu schaffen.
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Viele Betroffene berichten von Besserungen durch bestimmte Ernährungsformen. Wissenschaftlich gibt es Hinweise, aber keine allgemeingültigen Empfehlungen.
Quelle: Ventura, A. et al. (2000): Coeliac disease and autoimmune thyroid disease. Gut, 47(4), 520–522.
In unserer Praxis für ganzheitliche Gesundheit in Berlin betrachten wir Hashimoto nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit deinem gesamten körperlichen und seelischen Befinden. Wir kombinieren schulmedizinisches Wissen mit fundierter funktioneller Medizin, um individuell passende Lösungen zu finden.
Sprich uns gerne an, wenn du deine Hashimoto-Erkrankung ganzheitlich behandeln möchtest – wir nehmen uns Zeit für dich.